Schaltuhr (Funktion)

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Schaltuhr Grundschema.png

Die Schaltuhrfunktion ist eine zeitabhängige Schaltfunktion für Funktionen oder Ausgänge.
Es stehen maximal 7 Zeitprogramme mit je 5 Zeitfenstern pro Schaltuhrfunktion zur Verfügung.
Zu jedem Zeitfenster sind 2 verschiedene Sollwerte als Ausgangsvariable zuordenbar.
Die Ein- und Ausschaltzeiten können durch Eingangsvariable gleitend festgelegt werden (z.B. durch die Systemwerte für Sonnenaufgang oder -untergang).
Für die Funktionen Anforderung Warmwasser, Beschattungsfunktion, Einzelraumregelung, Heizkreisregelung, Kühlkreisregelung und Zirkulation übernimmt die Schaltuhrfunktion die Zeitschaltfunktionen über die Eingangsvariable „Status Zeitbedingung“.
Die Schaltuhrfunktion kann mehrfach programmiert werden, es sind also mehrere Schaltuhren verfügbar.


Eingangsvariablen

Freigabe Generelle Freigabe der Funktion (digitaler Wert EIN/AUS)
Blockadeeingang Digitales Eingangssignal EIN/AUS zum Blockieren der Schaltuhrfunktion
Vorhaltezeit Analoger Wert in Minuten für die Verschiebung der Einschaltzeit nach vorne
Nachhaltezeit Analoger Wert in Minuten für die Verschiebung der Ausschaltzeit nach hinten
Sollwert (1 – 2) (Freigabe = Aus) Analoger Wert für die Ausgangsvariable Sollwert 1 bzw. 2, wenn die Freigabe AUS ist (wenn in den Parametereinstellungen Sollwerte vorgesehen sind)
Eingangsvariable (1 -10) Maximal 10 analoge Werte, entweder für gleitende Ein- und Ausschaltzeiten oder für variable Sollwerte in den Zeitfenstern
  • Die Quellen für die Vorhalte- und Nachhaltezeit können andere Funktionen sein (z.B. Heizkreisregelung, Kennlinienfunktion). Damit ist es möglich, gleitende Ein- bzw. Ausschaltpunkte zu erreichen, die von anderen Parametern (z.B. der Außentemperatur) abhängen.
  • Die Quellen für die Eingangsvariablen 1 - 10 können Fixwerte, Funktionen, Sensoren, Netzwerkeingänge oder auch Systemwerte (z.B. Sonnenaufgang) sein.

Parameter

Anzahl Sollwerte Eingabe für die Anzahl der Sollwerte, die durch die Funktion Schaltuhr ausgegeben werden sollen. (Auswahl: 0, 1, 2)
Funktionsgröße (1 - 2) Festlegung der Funktionsgrößen für die Sollwerte1 bzw. 2.
Es steht eine Vielzahl von Funktionsgrößen zur Verfügung, die mit Einheit und Nachkommastellen übernommen werden.
(Anzeige nur, wenn Sollwerte vorgesehen sind)
Zeitprogramm Submenü: Zeitprogramm für die Schaltuhr (siehe Unterkapitel „Zeitprogramm“)
Sollwert (1 - 2) wenn Zeitprogr. = Aus Sollwerte 1 bzw. 2 außerhalb der Zeitfenster
Anzeige nur, wenn Sollwerte vorgesehen sind)
Min. Zeit Blockadebedingung Zum Blockieren des Schaltuhrausgangs muss der Blockadeeingang mindestens diese Zeit auf EIN stehen.
(Anzeige nur, wenn der Blockadeeingang definiert ist)
Blockierzeit Schaltuhr Wenn die Mindestzeit für die Blockadebedingung erreicht ist, wird die Schaltuhr nach Ende der Blockadebedingung während der Blockierzeit blockiert.
(Anzeige nur, wenn der Blockadeeingang definiert ist)
  • Wird die „Anzahl Sollwerte“ auf 0 gesetzt, so werden beide Sollwerte mit 0 ausgegeben.
  • Blockadefunktion: Ist der Blockadeeingang auf die Dauer der Mindest-Blockadezeit auf Status EIN, so wird der „Status Zeitbedingung“ auf AUS gesetzt und die Sollwerte „Sollwert wenn Zeitprogr. = Aus“ ausgegeben.
    • Geht dann der Status des Blockadeeinganges wieder auf AUS, beginnt die Blockierzeit zu laufen, wobei weiterhin die Sollwerte „Sollwert wenn Zeitprogr. = Aus“ ausgegeben werden.
    • Nach Ende der Blockierzeit wechselt die Schaltuhrfunktion wieder in den Status der Zeitbedingung und gibt die zugeordneten Sollwerte aus.

Submenü Zeitprogramm

Schaltuhr ZP1.png

1 Erstes Zeitfenster
2 Einstellung, ob der Sollwert unbenutzt bleibt, benutzerdefiniert festgelegt wird oder der Wert einer der 10 Eingangsvariablen sein soll.
3 Benutzerdefinierter Wert (nur wirksam, wenn oberhalb „benutzerdef.“ eingestellt wird.)


Durch Weiterscrollen werden nachfolgend alle 5 Zeitfenster des Zeitprogrammes 1 angezeigt.





Es stehen maximal 7 Zeitprogramme mit je 5 Zeitfenstern für die Schaltuhrfunktion zur Auswahl.
Für jedes Zeitfenster können der Ein- und der Ausschaltzeitpunkt durch Eingangsvariable verschoben werden.
Es können zu jedem Zeitfenster zwei verschiedene Sollwerte ausgegeben werden.
In den Zeitfenstern wird für jeden Sollwert festgelegt, ob er „unbenutzt“ bleibt (Ausgabe „Sollwert (Zeitprogr. = Aus)“) oder ein gewünschter Sollwert gelten soll.
Dieser Sollwert kann ein benutzerdefinierter Wert oder der Wert einer Eingangsvariablen sein.
Außerhalb der Zeitfenster wird der jeweilige „Sollwert wenn Zeitprogr. = Aus“ ausgegeben.
Ansicht, wenn keine Sollwerte ausgegeben werden sollen und keine Eingangsvariablen definiert sind:

Es sind nur die 5 Zeitfenster sichtbar.














Beispiele für Zeitprogramme

Zeitprogramm 1 mit fixen Ein- und Ausschaltzeitpunkten, Sollwerten und ohne definierten Eingangsvariablen

Schaltuhr ZP Bsp1.png

Einstellungen:

  1. Es wurde das Zeitprogramm 1 für die Tage Montag bis Freitag eingestellt.
  2. Der Einschaltzeitpunkt des 1. Zeitfensters ist 5:30 Uhr
  3. Der Ausschaltzeitpunkt des 1. Zeitfensters ist 9:00 Uhr
  4. Der Sollwert 1 ist ein vom Benutzer festgelegter Wert (22,0), der Sollwert 2 ist unbenutzt (Ausgabe: „Sollwert 2 wenn Zeitprogr. = Aus“).
  5. Der Einschaltzeitpunkt des 2. Zeitfensters ist 16:00 Uhr, der Ausschaltzeitpunkt ist 22:00 bei einem Sollwert 1 von 22,0, Sollwert 2 ist unbenutzt (Ausgabe: „Sollwert 2 wenn Zeitpr. = Aus“).

Zeitprogramm 1 mit variablen Ein- und Ausschaltpunkten, abhängig vom Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, mit Sollwerten Annahmen:

  • Eingangsvariable E1 = Systemwert für Sonnenaufgang
  • Eingangsvariable E2 = Systemwert für Sonnenuntergang
  • Eingangsvariable E3 = Wert aus einer anderen Funktion
Schaltuhr ZP Bsp2.png

Einstellungen:

  1. Es wurde das Zeitprogramm 1 für die Tage Montag bis Freitag eingestellt.
  2. Der Einschaltzeitpunkt ist die Eingangsvariable E1 (= Sonnenaufgang) + 30 Minuten, also 30 Minuten nach Sonnenaufgang. Die Zeitangabe ist in diesem Fall ein Offsetwert zur Eingangsvariablen, wobei durch das „Plus“ nach E1 festgelegt wird, dass der Offsetwert zur Variablen hinzugezählt wird.
  3. Der Ausschaltzeitpunkt ist die Eingangsvariable E2 (= Sonnenuntergang) - 30 Minuten, also 30 Minuten vor Sonnenuntergang. Die Zeitangabe ist in diesem Fall ebenfalls ein Offsetwert zur Eingangsvariablen, wobei durch das „Minus“ nach E2 festgelegt wird, dass der Offsetwert von der Variablen weggezählt wird.
  4. Der Sollwert 1 ist die Eingangsvariable E3. Der Wert, der darunter steht (22,0°C), wird nicht wirksam.
  5. Der Sollwert 2 ist ein vom Benutzer festgelegter Wert (30,0).

Ausgangsvariablen

Status Zeitbedingung Status der Schaltuhrfunktion EIN/AUS mit Berücksichtigung der Vorhalte- und Nachhaltezeit und der Blockadefunktion, Auswahl des Ausgangs
Sollwert (1 – 2) Ausgabe der aktuellen Sollwerte 1 bzw. 2
Mindestzeitzähler Anzeige der vergangenen Mindestzeit für die Blockadefunktion
Blockadezeitzähler Anzeige der ablaufenden Blockadezeit
Effektives Zeitfenster Status EIN, wenn das Zeitfenster zutrifft, auch wenn die Blockadefunktion den Status Zeitbedingung auf AUS stellt.
Vor- und Nachhaltezeit verlängern den Status Zeitbedingung, daher steht auch in diesen Zeiträumen das „Effektive Zeitfenster“ auf Status EIN.
Zeitfenster Wie „Effektives Zeitfenster“, jedoch ohne Berücksichtigung von Vorhalte- und Nachhaltezeit
  • Bei Freigabe AUS sind der Status Zeitbedingung, das effektive Zeitfenster und das Zeitfenster ebenfalls AUS.
  • Sollwert (1 -2):
    • Wurde die „Anzahl Sollwerte“ auf 0 gesetzt, so werden beide Sollwerte mit 0 ausgegeben.
    • Wurden Sollwerte für das aktuelle Zeitfenster definiert, dann werden diese Werte während des Zeitfensters ausgegeben. Außerhalb der Zeitfenster werden die Parameterwerte „Sollwert (1 – 2) wenn Zeitprogr. = Aus“ ausgegeben.
    • Wurden keine Sollwerte innerhalb des aktuellen Zeitfensters definiert, dann wird immer der Parameterwert „Sollwert (1 - 2) wenn Zeitprogr. = Aus“ ausgegeben.
    • Während der Blockierzeit wird der Wert „Sollwert (1 – 2) wenn Zeitprogr. = Aus“ ausgegeben, auch wenn das Zeitfenster aktiv ist.
    • Bei Freigabe AUS werden die Eingangsvariablen „Sollwert (1 – 2) (Freigabe = Aus)“ ausgegeben.
    • Überschneiden sich mehrere Zeitfenster mit unterschiedlichen Sollwerten, dann wird der höchste Wert aus diesen Sollwerten übernommen.

Siehe auch